Der erwartete Aufbau
- Das Vorhaben auf einer Seite: was, wo, für wen, warum jetzt.
- Der Markt: beziffertes Einzugsgebiet, angestrebte Kundschaft, erfasste Konkurrenz.
- Das Angebot und die Preispositionierung, mit dem angestrebten Durchschnittsbon.
- Der Standort: das Lokal, seine vollständigen Kosten, seine Auflagen.
- Die Mittel: Anfangsinvestition, Finanzierung, Eigenmittel.
- Die Prognose: Erfolgsrechnung über drei Jahre, Gewinnschwelle, monatlicher Liquiditätsplan für das erste Jahr.
- Die Risiken und die tiefen Szenarien.
Der Umsatz wird konstruiert, nicht gesetzt
Ein Umsatz, der ohne Herleitung behauptet wird, ist der Hauptgrund für die Ablehnung eines Dossiers. Zwei Wege bestehen nebeneinander und müssen zusammenlaufen. Der Weg von oben geht vom Markt aus: Haushalte im Gebiet, Durchschnittsausgabe in der Kategorie, Abschöpfungsquote. Der Weg von unten geht vom Betrieb aus: Kunden pro Tag, Durchschnittsbon, Öffnungstage.
Wenn die beiden Methoden weit auseinanderliegende Ergebnisse liefern, ist eine der Annahmen falsch — und die Abweichung zeigt welche.
Die Gewinnschwelle
Sie errechnet sich, indem man die Fixkosten durch den Deckungsbeitragssatz teilt. Es ist der Umsatz, unterhalb dessen der Betrieb Geld verliert, und es ist die wichtigste Zahl des Dokuments.
Wirklich sprechend wird sie, wenn man sie in konkrete Einheiten übersetzt: wie viele Kunden pro Tag, wie viele Gedecke pro Service, wie viele Bons pro Öffnungsstunde. Eine Schwelle, die mehr Kunden voraussetzt, als die Strasse an Frequenz hergibt, zeigt sich in dieser Übersetzung sofort.
Der Liquiditätsplan: der wahre Richter
Ein übers Jahr rentables Geschäft kann im Februar sterben. Der monatliche Liquiditätsplan des ersten Jahres bildet die Verschiebung zwischen den Auszahlungen — Mietzinsdepot, Ausbau, erstes Warenlager, Löhne, quartalsweise Sozialbeiträge, MWST-Abrechnung — und den langsam steigenden Einzahlungen ab.
Der anfängliche Bedarf an Umlaufvermögen wird fast immer unterschätzt. Eine Reserve, die mehrere Monate Fixkosten deckt, ist kein Luxus der Vorsicht: Sie ist die Bedingung dafür, dass die Annahmen Zeit haben, sich zu bestätigen.
Die Annahmen belegen
Jede Zahl der Prognose muss sich auf eine Quelle oder eine ausdrückliche Überlegung zurückführen lassen. Bevölkerung und Haushalte des Gebiets, Durchschnittsausgabe je Konsumposition, Miete pro Quadratmeter im Sektor, Sätze der Sozialabgaben, Margensatz der Branche: Alle bestehen in öffentlichen Statistiken.
Ein Dossier, dessen Annahmen belegt sind, lässt sich diskutieren. Ein Dossier, dessen Annahmen behauptet werden, wird abgelehnt.
Das tiefe Szenario ist keine Stilübung: An ihm bemisst sich die Rückzahlungsfähigkeit. Es selbst vorzulegen ist besser, als es gegenüber berechnet zu sehen.
Häufige Fragen
Über wie viele Jahre projiziert man den Businessplan eines Geschäfts?
Drei Jahre für die Erfolgsrechnung, mit monatlicher Detaillierung der Liquidität im ersten Jahr. Über drei Jahre hinaus ist die Genauigkeit für ein unabhängiges Geschäft illusorisch.
Welche Eigenmittel sind zu erwarten?
Es gibt keine gesetzliche Regel, aber ein namhafter Eigenmittelanteil bleibt die übliche Bedingung einer Bankfinanzierung — und er bestimmt vor allem die Fähigkeit, einen langsameren Start als geplant aufzufangen.
Muss man ein pessimistisches Szenario vorlegen?
Ja, und vorzugsweise beziffert. Dieses Szenario bestimmt die Rückzahlungsfähigkeit und damit den Finanzierungsentscheid.
Bereit, eine Adresse zu testen?
Die Analyse ist kostenlos und dauert weniger als eine Minute.
Die Zahlen, Kanton für Kanton
Bevölkerung, Einkommen, Referenzmiete für Gewerbe, Steuern und Ströme — offizielle Daten, bei jedem Import aktualisiert.
Verwandte Ratgeber
- Das Einzugsgebiet berechnen: Methode und Fallstricke
- Die Betriebskosten eines Geschäfts, Posten für Posten
- Einzelfirma, GmbH oder AG: die Rechtsform wählen