Die Rangfolge der Posten
Nach den Kosten der verkauften Ware, die die Bruttomarge bestimmen, dominieren drei Posten: das Personal, das Lokal und alles Übrige. In den meisten Schweizer Detailhandels- und Gastronomiebetrieben wiegt das Personal ein Mehrfaches der Miete.
Diese Rangfolge lenkt die Abwägungen. Zehn Prozent Miete an einem schlechter gelegenen Lokal zu sparen und dabei einen Produktivitätspunkt je Mitarbeitendem zu verlieren, ist in nahezu allen Konstellationen ein schlechtes Geschäft.
Das Personal und die Lohnnebenkosten
Die Arbeitgeberkosten übersteigen den Bruttolohn deutlich. Hinzu kommen der Arbeitgeberanteil an AHV, IV und EO, die Arbeitslosenversicherung, die Beiträge der beruflichen Vorsorge, die Berufs- und Nichtberufsunfallversicherung, die Familienzulagen und je nach Fall eine Krankentaggeldversicherung.
Die übliche Grössenordnung liegt bei rund fünfzehn bis zwanzig Prozent über dem Bruttolohn, mit spürbaren Abweichungen je nach Alter der Mitarbeitenden — die Ansätze der beruflichen Vorsorge steigen mit der Altersstufe — sowie nach Kanton und Kasse.
Ein Gesamtarbeitsvertrag kann für die Branche von Gesetzes wegen gelten und Mindestlöhne, Zuschläge und Arbeitszeiten festlegen. Seine Prüfung geht der Erstellung des Personalbudgets voraus, nicht umgekehrt.
Das Lokal
Nettomiete, Nebenkosten, Strom und Heizung, Versicherung der Räume und des Inventars, laufender Unterhalt. Der Gewerbestrom verdient besondere Aufmerksamkeit, weil sein Preis bei gleichem Verbrauch von Gemeinde zu Gemeinde stark schwankt.
Ware, Marge und Schwund
Die Bruttomarge ist die prägendste Grösse des Modells und die am stärksten branchenabhängige. Zwei Posten knabbern an ihr und werden im Budget regelmässig vergessen: der Schwund — Diebstahl, Bruch, Ladenhüter, Verfall — und die am Saisonende gewährten Rabatte.
In Tätigkeiten mit Frischprodukten wird der Warenverlust ausdrücklich budgetiert: Ihn als Zufall zu behandeln heisst, die Marge um mehrere Punkte zu überschätzen.
Die Posten zweiter Ordnung, die sich summieren
- Betriebshaftpflicht-, Sach- und Betriebsunterbrechungsversicherung.
- Zahlterminal und Kartenkommissionen, die von jedem Umsatz abgezogen werden.
- Kassensoftware, Buchhaltung, Treuhand.
- Kommunikation, Beschriftung, lokale Auffindbarkeit im Netz.
- Reinigung, Wäsche, Entsorgung von Gewerbeabfällen.
- Allfällige Gebühren für die Wiedergabe von Musik.
Sich mit der Branche vergleichen
Ein Budget beurteilt sich in Prozenten, nicht in Franken. Jeden Posten auf den Umsatz zu beziehen und mit dem Branchenmittel zu vergleichen, lässt die Abweichung sofort hervortreten. Eine Personalquote, die zehn Punkte über der Branche liegt, deutet entweder auf Überbestand oder auf einen zu tief angesetzten Planumsatz — beides gehört vor der Eröffnung geklärt.
Häufige Fragen
Was ist der grösste Kostenblock eines Geschäfts in der Schweiz?
Nach den Warenkosten das Personal, in der grossen Mehrheit der Detailhandels- und Gastronomiebetriebe. Die Miete folgt deutlich dahinter.
Wie hoch sind die Lohnnebenkosten des Arbeitgebers?
In der Grössenordnung von fünfzehn bis zwanzig Prozent über dem Bruttolohn, je nach Alter der Mitarbeitenden, Kanton, Ausgleichskasse und gewähltem Vorsorgeplan.
Schwankt der Strompreis wirklich von Gemeinde zu Gemeinde?
Ja, stark: Jeder Netzbetreiber wendet seinen Tarif an. Bei gleichem gewerblichem Profil geht der Unterschied zwischen Gemeinden gängig ums Doppelte.
Bereit, eine Adresse zu testen?
Die Analyse ist kostenlos und dauert weniger als eine Minute.
Die Zahlen, Kanton für Kanton
Bevölkerung, Einkommen, Referenzmiete für Gewerbe, Steuern und Ströme — offizielle Daten, bei jedem Import aktualisiert.
Verwandte Ratgeber
- Was kostet ein Gewerbelokal in der Schweiz?
- Businessplan eines Geschäfts in der Schweiz: was hineingehört
- Ein bestehendes Geschäft übernehmen: was zu prüfen ist