Die Miete pro Quadratmeter: was die Zahl umfasst
Gewerbemieten werden in der Schweiz in Franken pro Quadratmeter und Monat angegeben, in Inseraten internationaler Agenturen bisweilen in Franken pro Quadratmeter und Jahr. Die beiden Einheiten zu verwechseln verschiebt das Budget um den Faktor zwölf: der häufigste Fehler beim Lesen von Inseraten.
Der Unterschied innerhalb eines Kantons übersteigt fast immer den Unterschied zwischen Kantonen. Ein kantonaler Mittelwert dient als Anhaltspunkt, um zu beurteilen, ob ein Preis plausibel ist; er ersetzt nie einen Vergleich auf Strassenebene.
Die verrechnete Fläche ist nicht immer die Nutzfläche. Prüfen, was der Vertrag einschliesst: Lager, Sanitärräume, Untergeschoss, Anteil an Gemeinschaftsflächen.
Die Nebenkosten
Heizung, Warmwasser, Strom der Gemeinschaftsflächen, Hauswartung, Unterhalt der technischen Anlagen, Strassenabgaben. Sie sind nur geschuldet, wenn sie vereinbart wurden, und sie kommen zur Nettomiete hinzu, in einer Grössenordnung von einigen Prozent bis über fünfzehn Prozent, je nach Alter und Ausstattung der Liegenschaft.
Ein Lokal in einem neueren Gebäude mit mechanischer Lüftung und Klimatisierung kostet mehr an Nebenkosten als ein Lokal in einem Altbau — was die Nettomiete nicht sagt.
Der Gewerbestrom
Das ist der zweitgrösste Kostenblock des Lokals und der einzige, dessen Preis in der Schweiz stark von Gemeinde zu Gemeinde schwankt, weil jeder Netzbetreiber seinen eigenen Tarif anwendet. Der Unterschied zwischen den günstigsten und den teuersten Gemeinden liegt bei gleichem Verbrauchsprofil in der Grössenordnung des Doppelten.
Ein verbrauchsintensives Geschäft — Gastronomie mit Küche, Bäckerei, Fitnesscenter, gekühltes Ladengeschäft — tut gut daran, diesen Parameter in die Wahl der Gemeinde einzubeziehen, nicht nur in die Wahl des Lokals.
Der Erstausbau und das Mietzinsdepot
Der Ausbau eines Rohlokals schwankt je nach Tätigkeit erheblich: Ein Büro oder eine Kleiderboutique verlangt eine Investition pro Quadratmeter, die in keinem Verhältnis zu einer Profiküche oder einem Bäckereilabor steht, wo die technischen Installationen das Budget beherrschen.
Das Mietzinsdepot entspricht in der Praxis drei bis sechs Monatsmieten, die während der ganzen Vertragsdauer gebunden sind. Es kann als gesperrtes Bankdepot oder als Mietkaution einer Versicherung ausgestaltet sein, deren Jahresprämie der Liquiditätsbindung beim Start oft vorzuziehen ist.
Die Mietbelastungsquote: das einzige Mass, das zählt
Die Kosten des Lokals beurteilen sich in Prozent des Umsatzes, nicht in Franken. Diese Quote schwankt stark je nach Tätigkeit, weil die Bruttomarge schwankt: Eine Tätigkeit mit geringer Marge erträgt nur eine tiefe Quote, eine Dienstleistung mit hoher Marge verträgt mehr.
Die praktische Regel lautet, die Quote auf dem vorsichtigen Umsatz zu berechnen — dem des tiefen Szenarios — und nicht auf dem erhofften. Eine Miete, die nur im besten Szenario tragbar ist, ist eine zu hohe Miete.
Häufige Fragen
Werden Schweizer Gewerbemieten pro Monat oder pro Jahr angegeben?
Meist in Franken pro Quadratmeter und Monat. Manche Inserate, namentlich internationaler Makler, nennen einen Jahrespreis: Die Einheit ist vor jedem Vergleich zwingend zu prüfen.
Welches Budget ist zusätzlich zur Miete einzuplanen?
Nebenkosten, Strom und Heizung, Versicherung der Räume und des Inventars, laufender Unterhalt, dazu beim Start der Erstausbau und das Mietzinsdepot. Im eingeschwungenen Betrieb übersteigt das Total die Nettomiete regelmässig um einen Drittel.
Welche Mietbelastungsquote auf dem Umsatz ist vertretbar?
Sie hängt von der Bruttomarge der Tätigkeit ab und wird mit dem Branchenmittel verglichen. Entscheidend ist, sie auf einer vorsichtigen Umsatzannahme zu berechnen und zu prüfen, dass die Gewinnschwelle in diesem Szenario erreichbar bleibt.
Bereit, eine Adresse zu testen?
Die Analyse ist kostenlos und dauert weniger als eine Minute.
Die Zahlen, Kanton für Kanton
Bevölkerung, Einkommen, Referenzmiete für Gewerbe, Steuern und Ströme — offizielle Daten, bei jedem Import aktualisiert.
Verwandte Ratgeber
- Einen Gewerbemietvertrag in der Schweiz verhandeln
- Die Betriebskosten eines Geschäfts, Posten für Posten
- Den Geschäftsstandort wählen: was sich messen lässt